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31. Oktober 2012

Bremerhaven

Zurück vom Besuch im Bremerhaven mit einem Rucksack voller ungewöhnlichen, witzigen und interessanten Erlebnissen (und ner Menge Bücher).
Angefangen hat es am Freitag. Der Fahrer war ein freundlicher Heilpraktiker, der sich auf die Verödung von Krampfadern spezialisiert hat und dessen Augen bei dieser Thematik anfingen zu leuchten. Schön, wenn man sich für etwas begeistern kann. Doch drehte es sich in den 6 Stunden nicht nur um Aterien und Venen, nein wir tauschten uns auch über die persönlichen Lebensphilosophien aus (wobei ich ja auch noch am entwickeln und weiterentwickeln bin). Ab und an glich der Beifahrersitz, einer Liege beim Therapeuten.
Gelernt hab ich, dass ich meinem Traum folgen sollte, da einen alles andere nicht glücklich machen kann. Und wenn man es nicht versucht, es doch immer bereuen wird.
Zwischenstopp gab es in Bremen um sich gebrauchte Ultraschallgeräte anzusehen.


Nachdem wir festgestellt hatten, dass wir noch alle leben, ging es weiter.

Angekommen bei dem Freund, der mich einige Tage lang ertragen musste, ging es zum Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung zu einer privaten Führung. Ich  hätte nie gedacht, dass mich das Thema Antarktika bzw. Forschung in der Antarktika so begeistern könnte. Unter anderem gab es auch einen kurzen Film über die Neumayer Station und es ging sogar in die Labore des AWI mit dem Kälteraum (gemütliche -20°C). Da hätte man theoretisch an dem millionenjahre altem Eis den "Zunge-dran-und-schauen-ob-man-kleben-bleibt-Test machen können).
Jedenfalls unvorstellbar interessant, wie man es schafft in dieser Umgebung unter anderem 15 Monate zu verbringen. Hut ab und meinen vollen Respekt!
Am nächsten Morgen lief auch die Polarstern im Hafen aus. (Und auch dafür gilt mein Respekt. Monatelang auf einem Schiff zu verbringen und zu arbeiten ist sicher auch nicht sehr einfach.)
Für mehr Informationen einfach die Seite (*klick*) besuchen oder wenn man in der Gegend ist, da mal vorbeischauen. Empfehlenswert!

Samstag haben wir uns den Hafen und das Klimahaus angesehen.



 



 
 




 

Nach einer 3-stündigen Schifffahrt ging es am Sonntag auf die Insel Helgoland.
Oktober ist es da recht windig, also vielleicht wäre eine schneidige Wollmütze ganz angebracht. Ich hab eine vermisst!
Helgoland ist wunderschön. Wir liefen zur "langen Anne" einem freistehenden Felsen. Und dadurch das es Herbst ist, waren auch relativ wenig Touristen unterwegs. Ich mag mir garnicht vorstellen, was da im Sommer los ist. Außerdem kamen einem ständig Fotografen mit "groß-größer-am größten"-Objektiven entgegen, die (wir nahmen es an) die seltenen Vogelarten fotografieren wollten. Lustigerweise hab ich einen Tag vorher, als wir einen kurzen Abstecher in einen Buchladen gemacht hatten, folgenden Satz gelesen "Wir haben heute wieder eine Menge fotografiert und nichts gesehen". Diesen Satz hab ich mir etwas zu Herzen genommen. Natürlich hab ich auch fotografiert, aber mir eben auch Zeit genommen diese Aussicht bewusst zu genießen.
Übrigens besitzt Helgoland auch eine interessante Geschichte.









Montag und Dienstag sahen wir uns noch Mal Bremerhaven und die umliegenden Dörfer an. Es gab typisch norddeutsches Wetter und Fisch mit Krabben.
Die Heimreise wurde mir von einem netten italienischen Mitreisenden versüßt. Dabei ist mir deutlich geworden, dass ich unbedingt mit dem Vorhaben -italienisch lernen- weiter machen muss oder eben meine Englischkenntnisse aufpolieren sollte.
Jedenfalls machte er mir ein wunderbares orginelles Kompliment, das ich auch noch nicht gehört hatte. Angeblich sagt man in Italien, dass Frauen mit schönen Händen auch eine schöne Seele hätten. Ob er sich das ausgedacht hat, weiß ich nicht. Aber es klingt erst Mal gut.
Dieses Wochenende war wundervoll und ich bin sehr Dankbar dafür! +++++




Herzlichen Glückwunsch, Du hast es bis zum Ende dieses Posts geschafft.
Mehr Bilder gibt es übrigens hier: Siljan
Ich werd mir jetzt den Tag noch mit meinem Lieblings-Halloween-Film versüßen, Hocus Pocus mit Bette Midler.
Happy Halloween!

25. Oktober 2012

Aufbrauchen: Drogerieartikel

Typisch weiblich ist vermutlich die Ansammlung von diversen Cremes, Lotions, Shampoos, Gelen, Parfums, Pröbchen, Make up etc. etc. pp.
Das fiel mir besonders in den letzten Wochen auf, als mein Hängeregal von Ikea den Abflug machte und die 1000 Nagellacke auf die Fliesen fielen. Glücklicherweise war meine beste Freundin da und die ist manchmal verdammt praktisch veranlagt. Nagellack lässt sich sehr gut mit Wodka von den Fliesen entfernen.
Jedenfalls lag das ganze Zeug nun im Bad rum und nervte mich wahnsinnig.
Wann lackier ich mir schon mal die Nägel? Und wenn ich es mach, dann eher in klassisch rot oder schwarz. Wer braucht also die gefühlten 1000 Lacke in allemöglichen kreischenden Farben? (Ok, ja, es gibt einige die ihre Nägel gern und viel bemalen. Aber ich nicht. Warum hab ich es dann?)
Und das bleibt ja nicht nur beim Nagellack. Nein. Es geht weiter mit Lotions (ich müsste mich jeden Tag eincremen, um das Zeug mal aufzubrauchen), Shampoos (die leise Hoffnung, nach dem heiligen Gral) und Make up (roter Lidschatten!?).
Die einzige Möglichkeit? Wegschmeissen? Nein, bzw. nur Zeug das wirklich überlagert ist oder das nicht überzeugt hatte. Verschiedene Produkte hab ich verschenkt und mein Make up auf das reduziert, was ich wirklich täglich benutze. Ich kastei mich selbst und renn mit schrillen Nägeln durch die Welt (momentan blau).
Das wichtigste aber. Ich verbiete mir die Neuanschaffung.
Der Nagellack wird jetzt verbraucht und wenn ich dann irgendwann mal wieder Lust auf  Farbe haben sollte, dann hol ich meine altebewährte Lieblingsfarbe.
Genauso mit dem restlichen Zeug, man braucht nur ein Shampoo, ein Duschgel, ein Conditioner. (Falls überhaupt.) Nicht zehn.
Nun heißt es für mich einen großen Bogen um Müller, DM, Rossmann und Co. zu machen, täglich eincremen und öfters mal seltsame Farben zu tragen.

Wie sieht die Belohnung aus?
Mehr Platz! Weniger aufräumen! Weniger Müll! Mehr Geld! (Geschmeidige Haut...)

24. Oktober 2012

Aufgeräumt

Für dieses Jahr hatte ich mir vorgenommen, ordentlicher zu werden. Das nehm ich mir ohnehin zu jedem Neujahr vor.
Leider bin ich ziemlich unordentlich und richtig aufgeräumt wird nur, wenn Besuch ansteht. Nun wäre es eine Taktik, für jede Woche jemanden einzuladen. Oder sich zu überwinden und jeden Tag ein wenig aufzuräumen.
Ich hab auch schon einen Haushaltsplan an der Wohnungstür hängen. Da hängt er auch wirklich gut, aber das mit dem Schweinehund...

Es gab mal eine Zeit, da hab ich es doch ein paar wenige Monate geschafft Ordnung zu halten (das "halten" ist ja immer das Problem). Das lag aber auch nur daran, weil ich neu umgezogen war und nichts besaß. Zwei Teller lassen sich schneller abwaschen, als 10. Eine leere Wohnung lässt sich angenehmer wischen, als eine vollgestellte. Aufräumen ist einfacher, wenn man nichts hat das man wegräumen müsste.

Minimalismus hilft zur Ordnung.

Also hab ich mir überlegt, was mich am meisten auf meinem Schreibtisch stört. (Ja, auch der Müll.) Und das war der "Stifteköcher". Schon allein der Name gefällt mir nicht. Plastik find ich häßlich, blau hat garnicht gepasst. Und zu allem Überfluss sammelt sich jeglicher Nippes an. Stifte die nicht schreiben, irgendwelches Kleingeld, Schrauben usw.
Daher bin ich das Ding erst mal losgeworden und hab mir selbst einen StifteBECHER gebastelt. Und da stehen auch nur Stifte und Scheren drin. Kein Chance für Kleinkram.



Was den Minimalismus auf meinem Schreibtisch anbetrifft, kann man sicher noch etwas reduzieren. Aber für den Anfang reicht das ja erst mal aus.



Ich bin gespannt wie lange der Zustand anhält.

23. Oktober 2012

Das Glasperlenspiel

Neues von der Bücherfront. Den Steppenwolf hab ich hinter mich gebracht, "sanft umgebracht".
Das ist nicht mein Buch.
Die Geschichte ist recht zäh, einige Gedanken wiederholen sich oft oder widersprechen sich. Ohnehin wirkt das Buch phasenweise wie eine Therapiestunde, mit Selbsterkenntnisse und -zerwürfnissen, die nur der Therapierende versteht. Als Leser saß ich da, hörte zu, machte mir gedanklich meine Notizen.
Schade, der Anfang versprach viel. Aber so nach und nach verlor sich die Geschichte. Ich konnte keine Sympathie zu Harry aufbauen, fand ihn sogar recht wehleidig...und das, obwohl ich was von Melancholie verstehe.

Naja, aber ich gebe Hesse dennoch eine Chance.

"Es ist unsere Absicht, in diesem Buch das Wenige festzuhalten, was wir an biographischem Material über Josef Knecht aufzufinden vermochten, den Ludi Magister Josephus III., wie er in den Archiven des Glasperlenspiels genannt wird. Wir sind nicht blind gegen die Tatsache, daß dieser Versuch einigermaßen im Widerspruch zu den herrschenden Gesetzen und Bräuchen des geistigen Lebens steht oder doch zu stehen scheint. Ist doch gerade das Auslöschen des Individuellen, das möglichst vollkommene Einordnen der Einzelperson in die Hierarchie der Erziehungsbehörde und der Wissenschaften eines der obersten Prinzipien unsres geistigen Lebens."


(Hermann Hesse, "Das Glasperlespiel", Verlag: Suhrkamp)




21. Oktober 2012

Sonntagabend

Das Wochenende bestand aus: Familienfeier, vielen Cocktails (Swimming Pool...yam!), tiefsinnigen Gesprächen, Fussball und Bier, Kuchen in "Marokko", sowie einer Kissenschlacht gegen eine Vierjährige. Verdienter Sieg!



Jetzt versteh ich auch, warum Frauen Fussball gucken. Alles klar. Die frische Luft, das Bier, schimpfenden Rentner, die auf ihrem Rollator sitzen...




20. Oktober 2012

Give me the bright lights.

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...

Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!


(Hermann Hesse - "Stufen")

17. Oktober 2012

Lamm, Smoothie, Schnaps und heiße Schokolade

Gestern Abend ging es spontan noch in die Neustadt zum indischen Essen in der Scheune und anschließendem "Krabbeldiwandnuff" im Stilbruch mit musikalischer Untermalung von "Moppelkotze".
Ich hab immernoch einen leicht flauen Magen aus der Kombination von Lamm, Smoothie, Schnaps und heißer Schokolade (!?).
Aber lecker war es!




Den Fotoautomaten konnte ich auch nicht auslassen. Etwas Überredungskunst war aber nötig.
Hab mal meine Schokoladenseite rausgekehrt....nicht.


Ich hatte mich auch an einer Frisur versucht, allerdings bin ich gänzlich unbegabt, was das angeht. Für 2013 (falls nichts dazwischen kommt ;) ) nehm ich mir das Erlernen von Frisuren vor. Bis dahin, hab ich wohl auch wieder eine brauchbare Haarlänge gezüchtet oder eine tragbare Frisur gefunden. Angefangen hab ich vor drei Jahren mit einem Bob.

Generell hab ich mir vor kurzem Gedanken gemacht, was ich noch so gerne lernen/können möchte/würde und war verwundert, was für seltsame Interessen ich besitze.
Hier die bisherige Liste dieser Dinge:
  • Handlesen
  • "Go" (Brettspiel) spielen
  • Bogen schießen
  • frisieren
  • italienisch
  • meditieren
  • Duduk (armenische Flöte) spielen
  • oder Harfe (!?)
Falls alles schief geht, kann ich dann immerhin noch in Jahrmarktbuden auftreten.

Positives: Ich hatte heut eher Schluss + schönes Wetter ++ eine Kamera dabei +++

14. Oktober 2012

Sonntagabend

Die Woche ist rum und ich habe den SAP-Kurs erfolgreich bestanden. Zugegeben, mit mehr Glück als Verstand, denn verstanden hab ich nicht alles. Informativ war es trotzdem und eine interessante Abwechslung zum normalen Arbeitsablauf.
Schön fand ich es, mehr vom Tag zu haben, auszuschlafen, in Ruhe zu frühstücken, den Haushalt zu machen (also theoretisch hätte machen können).
Dadurch konnte ich mich auch langsam an den Gedanken "Herbst" gewöhnen, obwohl ich auch gern auf den Winter verzichten würde.
Aber gemäß meines Vorhabens "positiver" zu werden und zu denken (ein unglaublich schwieriges Unterfangen), versuch ich dem Winter (und all den Schattenseiten) etwas Gutes abzugewinnen.

 Mit den neuen Tretern durch das bunte Laub stampfen. +++


Gestern bin ich dann auch wieder zum Trödelmarkt gepilgert und hab das erste Mal in meinem Leben gefeilscht. Das machte ich mit einer solchen Überzeugungskraft, dass ich immernoch ganz angetan davon bin und diese Fähigkeit weiterhin trainieren werde.


Nach zwei Stunden bin ich mit einer alten Boxkamera, einem Beleuchtungsmesser, dem Bild und einem Stück Mandelkuchen zufrieden durch die Altstadt geschlendert.
Schöner Tag!


 Ein Koffer spricht

Ich bin ein kleiner Koffer aus Frankfurt am Main,
und ich such meinen Herrn, wo mag er nur sein,
er trug einen Stern, und war alt und blind,

und er hielt mich gut, als wär ich sein Kind.
Ich hab meinen Herrn begleitet, jahraus jahrein,
auch diesmal ging ich mit ihm, nun ist er allein,
er war alt und blind, wohin ist er gekommen,
und weshalb hat man mich ihm weg genommen?
Warum bin ich auf dem Kasernenhof geblieben?
Sein Name steht doch auf meinem Kleid geschrieben.

Nun bin ich schmutzig, mein Schloß hält nicht mehr,
man hat mich geplündert, ich bin fast leer.
Nur ein Tuch ist noch da, ein Becher dabei, seine kleine Blindentafel aus Blei,
alles ist fort, die Arzeneien, das Brot,
er sucht mich gewiß, vielleicht leidet er Not.
Das muß schwer sein für einen Blinden,
mich in dem Stapel von Koffern zu finden,

ich kann es auch so schwer verstehen,
weshalb wir hier nutzlos zugrunde gehen.

(Ilse Weber)
Gefunden hier: Elli




12. Oktober 2012

Nachtschicht

Was für ein seltsamer Tag. Surreal!

Aber auch produktiv! Den Vormittag hab ich zum fotografieren genutzt, den Nachmittag/Abend für den SAP-Kurs und bis gerade hab ich noch die Bilder vom Vormittag entwickelt.
 





Leider ist mein Scanner nicht mehr der Jüngste und auch nicht der Beste. Aber für einen ersten Eindruck reicht es.

10. Oktober 2012

Bibliophil

Da ich momentan kaum zum schreiben komme, wollte ich mal einen kurzen Post zu meinen derzeitigen Büchern schreiben, die ich gerade lese bzw. gekauft habe.

Jeweils die ersten drei Zeilen der Bücher, die ich gerade lese:

"Der Tag war vergangen, wie eben die Tage so vergehen, ich hatte ihn herumgebracht, hatte ihn sanft umgebracht, mit meiner primitiven und schüchternen Art von Lebenskunst; ich hatte einige Stunden gearbeitet, alte Bücher gewälzt, ich hatte zwei Stunden lang Schmerzen gehabt, wie ältere Leute sie eben haben, hatte ein Pulver genommen und mich gefreut, daß die Schmerzen sich überlisten ließen, hatte in einem heißen Bad gelegen und die liebe Wärme eingesogen, hatte dreimal die Post empfangen und all die entbehrlichen Briefe und Drucksachen durchgesehen, hatte meine Atemübungen gemacht, die Gedankenübungen aber heut aus Bequemlichkeit weggelassen, war eine Stunde spazieren gewesen und hatte schöne, zarte, kostbare Federwölkchenmuster in den Himmel gezeichnet gefunden. Das war sehr hübsch, ebenso wie das Lesen in den alten Büchern, wie das Liegen im warmen Bad, aber - alles in allem - war es nicht gerade ein entzückender, nicht eben ein strahlender, ein Glücks- und Freudentag gewesen, sondern eben einer von diese Tagen, wie sie für mich nun seit langer Zeit die normalen und gewohnten sein sollten: maßvoll angenehme, durchaus erträgliche, leidliche, laue Tage eines älteren unzufriedenen Herrn, Tage ohne besondere Sorgen, ohne eigentlichen Kummer, ohne Verzweiflung, Tage, an welchen selbst die Frage, ob es nicht an der Zeit sei, dem Beispiele Adalbert Stifters zu folgen und beim Rasieren zu verunglücken, ohne Aufregung oder Angstgefühle sachlich und ruhig erwogen wird. 
Wer die anderen Tage  geschmeckt hat, die bösen, die mit den Gichtanfällen oder die mit jenem  schlimmen, hinter den Augäpfeln festgewurzelten, teuflisch jede Tätigkeit von Auge und Ohr aus einer Freude zur Qual verhexten Kopfweh, oder jene Tage des Seelensterbens, jene argen Tage der inneren Leere und Verzweiflung , an denen uns, inmitten der zerstörten und von Aktiengesellschaften ausgesogenen Erde, die Menschenwelt und sogenannte Kultur in ihrem verlogenen und gemeinen blechernen Jahrmarktsglanz auf Schritt und Tritt wie ein Brechmittel entgegengrinst, konzentriert und zum Gipfel der Unleidlichkeit getrieben im eigenen kranken Ich - wer jene Höllentage geschmeckt hat, der ist mit solchen Normal- und Halbundhalbtagen gleich dem heutigen sehr zufrieden, dankbar sitzt er am warmen Ofen, dankbar stellt er beim Lesen des Morgenblattes fest, daß auch heute wieder kein Krieg ausgebrochen, keine neue Diktatur errichtet, keine besonders krasse Schweinerei in Politik und Wirtschaft aufgedeckt worden ist, dankbar stimmt er die Saiten seiner verrosteten Leier zu einem gemäßigten, einem leidlich frohen, einem nahezu vergnügtem Dankpsalm, mit dem er einen stillen, sanften, etwas mit Brom betäubten Zufriedenheitshalbundhalbgott langweilt, und in der laudicken Luft dieser zufriedenen Langeweile, dieser sehr dankenswerten Schmerzlosigkeit sehen die beiden, der öde nickende Halbundhalbgott und der leicht angegraute, den gedämpften Psalm singende Halbundhalbmensch, einander wie Zwillinge ähnlich."
(Hermann Hesse, "Der Steppenwolf", Verlag: Suhrkamp)
http://www.lovelybooks.de/autor/Hermann-Hesse/Der-Steppenwolf-143275440-w/


 Außerdem beschäftige ich mich (und daher die wenige Zeit) mit:

"SAP01 ist der Grundkurs für alle anderen SAP-Schulungen. SAP01 vermittelt dem Teilnehmer Grundkenntnisse über SAP-Lösungen, -Anwendungen, -Komponenten und -Terminologie. Da es sich um einen Überblickskurs handelt, wird Detailwissen über die SAP-Anwendungen und -Komponenten in spätere Kursen vermittelt."