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20. Oktober 2014

Reisekunst

Wandern ohne Ziel ist Jugendlust,
Mit der Jugend ist sie mir erblichen,
Seither bin ich nur vom Ort gewichen,
War ein Ziel und Wille mir bewußt.

Doch dem Blick, der nur das Ziel erfliegt,
Bleibt des Wanderns Süße ungenossen,
Wald und Strom und aller Glanz verschlossen,
Der an allen Wegen wartend liegt.

Weiter muß ich nun das Wandern lernen,
Daß des Augenblicks unschuldiger Schein
Nicht erblasse vor ersehnten Sternen.

Das ist Reisekunst: im Weltenreihn
Mitzufliehn und nach geliebten Fernen
Auch im Rasten unterwegs zu sein.

(Hermann Hesse)


Auf die Ohren:
Candan Erçetin - Yalan

4. Oktober 2014

Schöner wohnen... Das Problem mit den Bildern


Minimalismus und Analog-Fotografie passen so gut zusammen, wie Flip-Flops und Krawatte, nämlich garnicht! Das merkte ich erst heute wieder beim aufräumen. (Womit ich schon den ganzen Tag beschäftigt bin, da ich die Prokrastination auf einem ganz hohen Level betreibe.) Man hat einen Berg an Abzügen, Negativen, Kontakten und wenn man selbst entwickelt extrem viel Ausschuss. Wegschmeißen fällt schwer, da der Sinn dieses Hobbys darin besteht die Bilder auf Papier zu besitzen. Das dieser Spaß sehr viel Platz (und Geld) in Anspruch nimmt, lässt sich dann auch denken. Nun schwankt man zwischen, mehr "Platz für die Bilder" und "ich will doch aber weniger besitzen und damit weniger Verantwortung für Materielles tragen". Dilemma.

Was hilft? Jährliches oder Halbjährliches hinsetzen mit der Fotokiste und aussortieren. Die besten Bilder bleiben, der Rest fliegt. Gerade doppelte oder ähnliche Aufnahmen müssen kritisch auseinandergenommen werden! Negative behalte ich. Eventl. Digitalisieren von Bildern, wenn man sie nicht auf Papier besitzen muss. (Trifft für mich nicht unbedingt zu, bzw. habe ich einige digital, wie auch analog.) Bei Aufnahmen drei mal überlegen, ob sich das Motiv lohnt (obwohl der Analog-Fotograf das ohnehin so handhabt). Nach der Bildentwicklung gleich den Ausschuss rausschmeißen.



Auf die Ohren:
Lenny Kravitz - The Chamber

24. September 2014

Chancen

 

Hin und wieder eröffnen sich in unerem Leben Chancen. Eine neue Bekanntschaft, ein interessantes Jobangebot, Menschen die mit uns zusammenarbeiten möchten und Projekte verwirklichen usw. Und oft lehnt man solche Gelegenheiten zum Ausbruch aus dem Alltag und der Norm ab, um ja nicht aus der Komfortzone rauszutreten und mal einen Blick über den Tellerrand zu wagen. Die Sorge vor dem scheitern und nicht gut genug für irgendwas zu sein, ist um so vieles größer, als der Ausblick auf Erfolg oder Zufriedenheit.

Ich hatte schon etliche kleine Angebote im Leben. Manche nahm ich wahr, andere nicht. Natürlich fehlt mir die Zauberkugel und ich kann nicht wissen, ob manche Entscheidung, etwas nicht zu tun, im Nachhinein doch gut war oder eben nicht. Aber vielleicht hätte ein "Ja." einige Umwege erspart, vielleicht hätte ein "Ja." mich auf die Zielstrecke gebracht.

Vor zwei Wochen gab es wieder so ein kleines Angebot, dass ich im ersten Moment ablehnen wollte. Es ging um ein Interview für eine Zeitung mit eventueller Veröffentlichung eines Fotos von mir. Meine erste Reaktion war Ablehnung. "Nee, ich rede eh nur Mist und erzähl am Ende Dinge, die in keine Zeitung gehören. Und ein Bild von mir!? Niemals!!!" Aber war mir das Thema wichtig um das es ging? Es ging ja nicht um mich als Persönlichkeit, sondern um das Thema "Sharing". Stand ich hinter dem was ich tat? Ja, natürlich! Was sprach also dagegen, sich bei der Redakteurin zu melden und mit ihr über das Thema zu reden? Ich binde das doch sonst auch jedem anderen ans Knie. Und ein Foto von mir? Naja ich vertraue einfach darauf, dass der Bildredakteur und der Fotograf bei der Bildauswahl ihren Job gut machen. (Nicht: "Hey, schau mal...da schaut sie so richtig doof. Das nehmen wir!") Also hab ich mich einfach mal getraut, etwas zu tun, was ich normalerweise nicht getan hätte und mich am Ende gefragt hätte "Warum eigentlich nicht?".

Kamen blöde Reaktionen? Nein! Finde ich gut, dass "Sharing" in der Öffentlichkeit diskutiert wird? Ja! Sah ich doof auf dem Bild aus? Hmmm....nein...ich sollte allerdings über einen Pony nachdenken....

Auf die Ohren:
Angus & Julia Stone - Wherever You Are

24. Juli 2014

Der Kreisel




Abgelenkt von seinem Kuss.
Sorgenfrei für einen Moment.
Wie Atlas auf den Himmel wartend,
lauert die Last nach der nächsten Nacht.

Mit dem Schnellzug gegen die Wand.
Der weise Eremit geht an Bord,
denn dort erwartet ihn der sichere Tod.
Unfähig den Kreis zu durchbrechen,
wissend darin zu zerfallen.

Dein Ratschag bleibt tatenlos,
und doch bist Du im Recht.
Der, der meine Augen küsst ist meine Not.
Sein Lächeln mein Gebot.

Aus dem Kreisel wird kein Schmetterling.


Auf die Ohren:
Le Butcherettes - All You See In Me Is Death

23. Juli 2014

Es war einmal...

 

...eine kleine Edie, die wandelte in einem Antiquariat herum und öffnete die Schubladen und Türen alter Schränke. Und diese waren voll von weiterem wundersamen Plunder. In einer Schublade befanden sich einzelne Negative, die wild in der Gegend rumlagen und schutzlos dem Schmutz ausgeliefert waren. Gegen das Licht gehalten, erkannte sie eine längst vergangene Welt. Und damit einen wertvollen Schatz. Nach monatelangen Aufbewahrens pilgerte die kleine Edie zum ersten Mal zu ihrem Fotolabor. Ließ die Negative entwickeln und siehe da, eine wundersame Zeit als Positiv. Wer hat sie gemacht? Mit welcher Kamera? Wie sah sein/ihr Leben aus? Und wie fanden sie ihren Weg in das Antiquariat?






Auf die Ohren:
Chelsea Wolfe - Reins

8. Juli 2014

Ausbaden

Mach Dir keine Sorgen Kind.
Der Tisch ist bereits gedeckt.
Die Suppe wird jetzt ausgelöffelt.
Bis zum letzten Rest.
Welcher Löffel darf es sein?
Ich reiche ihn Dir gern.
Wähle mit Bedacht.

Den Goldenen, den verliert man schnell.
Der Hölzerne splittert leicht.
Auf Aluminium kaut es sich schlecht
und der Silberne läuft schon an.

Das Handtuch wurde geworfen.
Schmutzwäsche bei 60°,
ein Schluck Weichspüler
und einer für die Maschine.
Schongang oder volles Programm?
Kratzig wird es sowieso.

 Der Kopf steckt voller Sand.
Ab in die Wanne 
und den Waschlappen vor das Gesicht.
Haare kräftig gespült.
Und hoffen auf das Nachtlicht.



Auf die Ohren:
King Dude & Chelsea Wolfe - Be Free


7. Juli 2014

Befindlichkeitsmonolog Hiddensee, Teil VIII-IX

28.06.2014


Mit einem flauen Gefühl in der Magendgegend aufgestanden. Langsam gemacht. Sehr langsam.
Am Meer gewesen. Eine kleine Hand voll 5-Millimeter-Glück geschenkt bekommen. Essen gewesen. Schönster Sonnenuntergang in den kitschigsten Farben. Kleiner Umtrunk bei Heinz. ARTE geguckt. Gepackt. Bett.

29.06.2014


Das war's. Sitz auf dem Schiffchen. Richtung Stralsund. Hoffentlich finde ich den Bahnhof. Hiddensee war schön. Außer jetzt. Im Regen abgereist. Vielleicht besser so. Weniger schmerzliches abreisen.
Was erwartet mich Zuhause?

später: Völlig planlos in Stralsund ausgestiegen. Taxifahrer angesprochen. Keine Hilfe. Losgelaufen. Rathaus gesehen. Hübsch. Bahnhof gefunden. Drei Minuten vor Abfahrt. Auf dem Weg nach Berlin. Hab nasse Füße. Kalt. Müde. Freu mich auf Zuhause. Wo auch immer das ist. 
Hab ne ziemliche Sauklaue "für ein Mädchen".

später: In Berlin die erste halbe Stunde auf dem Gang mit drei amerikanischen Studenten verbracht. Dann noch mal losgezogen. Abteil gefunden. 
"Sitzt hier jemand?"
" Es ist reserviert.....aber ab Dresden bis Prag."
"Ich muss ja nur bis Dresden."
"Ist aber reserviert."
"Wie? Für Deinen Rucksack auch?"
Beschämter Blick des Jungen.
Werden keine Freunde mehr. Egal. Ich sitze.
Werde abgeholt :)


Auf die Ohren:
The Velvet Underground - Venus In Furs

6. Juli 2014

Befindlichkeitsmonolog Hiddensee, Teil VI-VII

26.06.2014


Eigentlich ein Nachtrag. Ist aber nicht viel passiert. Lange geschlafen. Doku über die Prohibition geguckt. Meer. Kneipe. Gespräche. Moderatorin vom MDR kennengelernt. Schöne Frau. 
Gleich ist es wieder Tag. Pferde vor meinem Fenster.
Hier möcht ich sein und nicht zurück.

27.06.2014


Wieder... Rate! Am Meer. Sonne. Kaum Wellen. Schade. Brauche den Wind um die Ohren. Gedankenflüsterer.
Links von mir eingebuddelte Windeln. Menschen sind widerlich. Rechts von mir ein Schweizer, der seiner Frau etwas vorliest.

später: Oh mein Gott. Er liest ihr das Glasperlenspiel von Hesse vor. Wer macht denn sowas!?
Hab einen Hühnergott gefunden. Habe mir die ganze Zeit einen gewünscht. Fand mal als Kind einen. Vati meinte das wäre ein Hühnergott und Glücksbringer. Jedenfalls habe ich es mir so gemerkt. Schön längst verloren. Jetzt einen schönen gefunden. Mal sehen ob er hält, was Vati verspricht.
 Aber echt. Wer liest am Strand das Glasperlenspiel vor? Und dann noch ein Schweizer. Bekomm Pickel.

 später: Die monotonste Stimme, die je ein Mensch gehört hat.

später: Ruhe. Endlich. Das welke Fleisch ist aufgestanden und baden gegangen.

später: Stell fest, ich sollte ernsthaft mit Sport anfangen. Fleischseerobben überall.

Nachtrag: Abend wieder bei Heinz in der Kneipe verbracht. Mit einem Koch über vegane Küche, Fotografie und Musik diskutiert. Beim Heimweg in Pferdeabsperrung gerannt.
Kein Strom.


Auf die Ohren:
Tim Buckley - Song To The Siren

5. Juli 2014

Befindlichkeitsmonolog Hiddensee, Teil V

25.06.2014


Bis Vitte gelatscht. Scheisseweit. Gibt hier sogar einen Edeka. Ich mag Neuendorf lieber. Weniger Menschen. Angeblich fährt am Sonntag die Fähre auch von Neuendorf ab. Keine Lust bis Vitte zu laufen.
Sitz jetzt in der Hiddenseeklause. Komische Leute neben mir. Seltsamer Humor. Werde dann noch etwas Vitte abchecken. Vielleicht bis Grieben laufen? Und zurück? Wären 20 Kilometer. Mal sehen.
Übrigens wieder Sonne. Etwas Wind. Danke!

später: 20 Kilometer. Füße sind Brei. Hab mir den Leuchtturm angesehen. Meer. Segelschiffe. Sonne. Blaues Wasser. Und. Fußschmerzen.
Bus fährt nur bis 16.40 Uhr.
Toll.


Auf die Ohren:
The Raconteurs - Steady, As She Goes

4. Juli 2014

Befindlichkeitsmonolog Hiddensee, Teil IV

24.06.2014


Zum Frühstück Erbsen. Geh noch mal in die Einkaufsquelle. Brauch Getränke. Hat ja offen. Bin ja Bestens informiert.
Heute kein Sturm. Man hört das erste Mal die Möwen.

später: Tag wieder am Strand verbracht. Warm, Sonne, weniger Wind. Bis zum kleinen Leuchtturm gelaufen. Sehr, sehr schön. Tolle Landschaft. Auf dem Rückweg. Lauf durch die Wiese. Vor mir zwei Fahrradfahrer. Der Mann vorn. Die Frau hinten. Die Frau stürzt mit dem Fahrrad. Mann bekommt nichts mit. Typisch. Ich helf der Frau.
Überleg ob ich den Deich lang geh. Respekt vor Schlangen. Ich geh.
Vor mir ein Paar. Die Frau knickt um und fällt. Überlege ob ich ein Unglücksbringer bin.
Komm zu dem Entschluss, dass die Frauen zu doof zum laufen sind.

später: Päuschen gemacht. Dann wieder ans Meer. Bis zur Absperrung gelaufen. Extrem weit.
Am Kadaver einer Möwe vorbei. Kopf ab. Sehr Pfui. Schlechtes Omen? Foto gemacht. Sonnenuntergang. Foto. Nach Hause. 
Ich hasse Junikäfer.



Auf die Ohren:
The Duke Spirit - Love Is An Unfamiliar Name

3. Juli 2014

Befindlichkeitsmonolog Hiddensee, Teil III

23.06.2014


Ausgeschlafen. Night Fever gesehen. 70er-Jahre-Filme sind strange! In der "Einkaufsquelle" gewesen. Abgecheckt worden. Erbsen gekauft. Bezahlt. Geh raus. Will ein Haus fotografieren. Steht neben mir einer aus dem Laden.
"Morgen haben wir auch auf."
Ich überleg noch was ich antworten soll.
"Und übermorgen auch."
Aha. "Also quasi Montag bis Freitag!?"
"Ja."
"Und was ist mit Samstag?"
"Von 8.00 bis 12.00 Uhr"
"Aha...Danke!" Ein freundliches Lächeln. Scheine hier Mangelware zu sein.

Geh auf dem Deich spazieren. Weit und breit niemand zu sehen. Kann in die Ferne sehen. Beschließe bis an das Ende zu gehen. Träume vor mich her. Eine große schwarze Schlange mit weißer Zeichnung auf dem Kopf überquert zwei Meter vor mir den Weg. Ich halt an. Schreck. Sollen hier angeblich giftig sein.
Kehr um. Geh ans Meer.
Später in die hochgelobte Kneipe. Bestell Fisch. Wenn ich mal an der See bin.
Erster Bissen. Göttlich. Alle weitere ekelhaft. Esse nie wieder Tier!

Sitz am Meer. Sonne und Sturm. Sonne und Sturm.

später: Schau "Midnight in Paris". Woody Allan. Soso. Mag den Film. Aber nicht die männliche Hauptrolle. Trotzdem. Romantik.


Auf die Ohren:
Burning Hearts - Burn Burn Burn

2. Juli 2014

Befindlichkeitsmonolog Hiddensee, Teil II

22.06.2014


Seltsame Nacht gehabt. War beim Puppenspiel. Sehr schön. Unerwartet schön. Barfuß im Dunkeln durch die Nacht. Durch Pfützen. Kalter Wind. Kaltes Wasser. Nackt. Im Meer. Bis zur Hüfte. 
Heute Morgen wieder Meer. Ich bin allein. Seh schlafende Pferde. Hab etwas verloren.
Vor dem Meer gab es Musik und Wein. Privat. Würde mich gern besonders fühlen. Tu es aber nicht.

später: Nicht viel geschlafen. Stundenlang am Strand gelaufen. Geschrieben. Durch die Dünenheide. Ganz allein. Kein Mensch zu sehen. Am Meer und in der Heide. Schön. Einsam.

später: Eigentlich perfektes Wetter. Sonne und Sturm.



5 Millimeter Glück

Du musst schnell laufen, 
um nicht zu ertinken.
Denn ertrunken ist so mancher, 
an seinen Gedanken.

Die alte Frau meinte, ich sei eine gute Begleitung.
Du ahnst nicht wie gut. 
Still und eindringlich, aber vor allem kurzweilig.
Meinetwegen halte Dich für die Sirene.
Meine Ohren sind taub.

Die Schwalbe folgt mir auf Schritt und Tritt.
Ich folge keiner Spur.
Dreh mich um.
Die Gräber bücken sich für fünf Millimeter Glück.
Ich grabe nicht.

Ich finde die Perfektion, da wo Du nicht hinblickst
und opfere dafür das bisschen Glück.
Soll ich zurück ins Robbenfell?
Die sieben Jahre sind schon lange rum.

Er führt sie den Weg entlang.
Dort gibt es nichts.
Da war ich schon.

Erzähl mir nichts vom Leben.
Behalte Deine Belanglosigkeit für Dich.
Flüster mir schöne Worte ins Ohr. 
Nur für einen Augenblick.
Denk nicht, Du seist mein Retter.

Die Schwalbe dreht um und fliegt
zum nächsten Ertrunkenen.

Auf die Ohren:
Warpaint - Shadows

1. Juli 2014

Befindlichkeitsmonolog Hiddensee, Teil I

21.06.2014

1-A-Start hingelegt. Vergessen das Sonntag ist und natürlich ewig auf die Straßenbahn gewartet, die nicht kommen würde. Dann zum Zug gerannt, der verpasst wurde. Taxi. Cooler Typ. Quietschende Reifen. 8 Euro Trinkgeld. Großes Feierabendbier für ihn. 
Abschied genommen. 
Schön.
Und jetzt sitz ich im Zug. Ich bin müde.

später: Ach Berlin, schön bist Du ja nicht, aber ich mag Dich trotzdem.

später: Bin angekommen. Hab mir 2 Euro als Gepäckträger verdient (Wollte ich nicht annehmen, wurde aber genötigt.) Dann in Neuendorf nen netten Typen samt Freundin kennengelernt und zur Pension gebracht worden. Sitz jetzt hier. Ich schau aus dem Fenster. Ein Wolkenmeer, der Deich und das Meer. Perfekt. Jetzt ausruhen. Nase schnauben und etwas Essen gehen. 20 Uhr soll ich zum Puppentheater. Mach ich vielleicht.

später: Hab bissl Kopfschmerzen und warte im Café Rosi auf meinen Sanddornkuchen und die heiße Schoki. Vegan ist hier nicht. Egal. Hab Urlaub. Werde auch Fisch essen. War vorhin am Meer. Irre schön! Wolken, Wind, Sonne, kaum Menschen, Wellengang. Ein Mann auf Bernsteinsuche. Und tolle fotofreundliche Pferde. Eines hat sogar richtig gepost. Poserpferd heißt jetzt Winston.



Auf die Ohren:
The Raveonettes - I Wanna Be Adored

30. Juni 2014

Zurück von Hiddensee

Und da bin ich wieder. Zurück aus dem Urlaub. Und was soll ich sagen? Es war schön. Sehr schön. Hiddensee ist ein wahrer Traum und ich hatte irre Glück mit dem Wetter. Jeden Tag Sonnenschein, außer am Abreisetag, aber na mei...
Aus der Yoga-, Kräutersammlungs-, Kinosache ist nicht viel geworden. Hab eigentlich nichts von dem gemacht. Eigentlich hab ich nur die Sache mit "Vermutlich werde ich am ersten Tag, nach massig Sternanislikör im Vollrausch im Wasser untergehen." eingehalten. Gut, das untergehen blieb aus. War zu kalt. Nagut und die Sache mit: "Ich hoffe auf Sonne satt, Pipi-warmes Wasser, 1-A-Fotovorlagen und 'nen verwegenen Surflehrer.", (Zur Not tut es auch ein Rettungsschwimmer...HA! Scherz...) war auch erfüllt. Ich hatte die Tage ein wenig Reisetagebuch geführt und dachte, es wäre ganz witzig die wenigen Gehirnergüsse mit euch zu teilen. Diese folgen nun in den nächsten Tagen.

Außerdem noch eine Reihe an Fotos, die aber teilweise noch entwickelt werden müssen. Hier also der Anfang mit der digitalen Variante. Achtung Kitsch! (Außerdem unbearbeitet und künstlerisch anspruchslos...wie immer eben...)




















Auf die Ohren:
Warpaint - Lissie's Heart Murmur

20. Juni 2014

Päuschen

Denn ich fahr in den Urlaub. Wuhuu. Es geht auf die Insel Hiddensee. Ich bin ja gespannt. Ich hoffe auf Sonne satt, Pipi-warmes Wasser, 1-A-Fotovorlagen und 'nen verwegenen Surflehrer. Und ich hasse Enttäuschungen!

Ich werde versuchen ganz viel zu fotografieren. Das Gepäck besteht ohnehin hauptsächlich aus Kameras. (Fuji Instax Mini 90, Agfa Preisbox, Olympus-Analog-Knippse, Digitale)  Dann möchte ich natürlich an den Sitten und Bräuchen dieser nordischen Kultur teilnehmen. Das heißt Fussball am Samstag mit Einheimischen. Ich vermute es wird Unmengen Küstennebel fließen. (Trinken die das eigentlich da oben?) Und dann Baumyoga am Montag und Mittwoch. Hehe. Na falls ich es so früh aus dem Bett schaffe...und es nicht zu kalt ist...und ich mich sportlich fühle (wohl eher nicht...fällt wahrscheinlich aus). Kräuterwanderung, Kino und eventl. Theater. Und dann noch eine Führung durch das Naturschutzgebiet. Stand Up Paddling und Uschi-Obermaier-mäßiges Nachtbaden. Steht jedenfalls auf der Liste. Vermutlich werde ich am ersten Tag, nach massig Sternanislikör im Vollrausch im Wasser untergehen. Lassen wir uns überraschen. Genießt den restlichen Juni ihr Lieben. Hoffentlich meint es die Sonne gut mit uns.

Achja, und ab 21. Juni werden die Tage wieder kürzer. (Das mit dem positiv Denken funktioniert voll gut.)


Auf die Ohren:
Black Rebel Motorcycle Club - Some Kind Of Ghost

19. Juni 2014

Agfa Preisbox(en) Teil II oder Dresden bei Tag und Nacht oder Reklam(e)/ation



Zweiter und letzter Teil meiner Miniserie. Jetzt muss ich erst wieder die Kamera zur Hand nehmen und auf die Straße ziehen. Ersteres Bild find ich jetzt, nach Jahren, total klasse. Erinnert an ein schlecht gemachtes, altes Zeitungsbild. Yeah. Und verschwommen ist sowieso DER SHIT (Tut mir leid, wollte ich schon immer mal sagen). Das kommt dabei raus, wenn man kein Stativ benutzt.



Auf die Ohren:
Lana Del Rey - Body Electric

18. Juni 2014

Agfa Preisbox(en) Teil I


Naja, ich wühl immer noch durch alte Fotobestände. Diesmal Fotos von meiner Agfa Preisbox, das gute Stück. Ich brauche immer Ewigkeiten bis ich die Bilder gut finde. Ist vielleicht wie mit dem "Schönsaufen" am Ende des Abends. Aber mal ohne falsche Bescheidenheit, für das Teilchen...also...lackierte Pappe und Blech...lässt sich das Ergebnis sehen. Boxkameras gibt es in jedem gut sortierten An- und Verkauf (hehe) oder Antiquariat. Einfach einen Rollfilm rein und sich nette Objekte (oder Subjekte) raussuchen. Rollfilme gibt es in Fotofachgeschäften oder im Internet.

Wer wie ich, fasziniert von dieser Art der Fotografie und den Resultaten ist, sollte sich folgendes Sammelsurium ansehen: Agfa-Box. Leider verweilt der Künstler nicht mehr unter uns, aber seine Bilder bleiben. Und schön sind sie. Manchmal erst auf den zweiten Blick.



Auf die Ohren:
The River Cry - To The Sea

17. Juni 2014

Audrey und Merle

Seit Kindheitstagen an bin ich ein Bildermensch. Nagut, Bilderbücher fand ich doof und hab ich kaputt gemacht. Eine meiner frühsten Erinnerungen war ein seltsames Kinderbuch. Keine Ahnung wie das hieß und ich mochte es auch nicht sonderlich. Irgendwie fand ich es etwas gruselig. Es ging um ein kleines Mädchen, mit braunem Bob und rotem Mantel (sehr französisch), dass einen Ausflug in den Zoo machte. Der Zoo war im Jugendstil gehalten. Jugendstil ist toll und ich liebe die Belle Epoque, aber sie hat schon arg etwas Düsteres. Und als Kind, fand ich es schon sehr befremdlich. Jedenfalls konnte ich stundenlang diese Bilder anstarren, weil sie seltsam schön waren und so ist das bis heute. Ich glaube das ist so eine Sammel-Besitz-Wut, die man dann an den Tag legen kann. Bilder ansehen. Bilder sammeln. Bilder besitzen. Und dann liegt es nah, dass man auch selber welche machen will. (Wenn jemand weiß, welches Kinderbuch ich meine, bitte, bitte mir mitteilen! Danke!)

Regelmäßig wird der Rechner (naja, mittlerweile hab ich es im Griff) zugemüllt mit diversem Bildmaterial. Letztes Jahr machte ich mir mal den Spaß, zwei Bilder einfach auf Papier auszudrucken und dann auf Fotopapier zu entwickeln. Eines von Audrey Hepburn fotografiert von Cecil Beaton (leider gibt es keine freiverkäuflichen Poster oder Kunstdrucke...bzw. hab ich etwas in der Art noch nicht gefunden) und ein Bild von Merle Oberon (Name des Fotografen ist mir leider nicht bekannt).


Also gestochen scharfe Bilder, nicht. Und Kontrast, gib ihm. Aber ich bin vermutlich schnell zu begeistern und anspruchslos wie, ähm, jemand der verdammt anspruchslos ist. Immerhin ist es eine Idee und sicherlich gibt es Leute da draußen, die das auch besser umsetzen können. (Aber ich mag es, dass man denken könnte es wäre mit Microsoft Paint bearbeitet. Auf Paint lass ich nix kommen!) Also Entwickler in die Hand und los gehts.

Auf die Ohren:
Sibylle Baier - The End

16. Juni 2014

Küchenbilder

Also die letzten Tage waren bei mir seeeehr still. Und ich lebte zurückgezogen wie eine Nonne. Ich hab sogar das tolle Neustadt-Fest verpasst, auf das ich mich gefreut hatte. Schade. Aber egal. Immerhin hab ich ein Hörbuch geschafft (Mängelexemplar von Sarah Kuttner), dass super auf meine Situation passt/e. Und ich hatte viel Zeit zum nachdenken. Kennt ihr das? Wenn man mit sich selbst Interviews führt? Man stellt sich Fragen in der dritten Person und beantwortet diese, natürlich so professionell wie möglich. Und irgendwie lernt man sich dadurch besser kennen. Irgendwie schräg, nicht!?

Außerdem hab ich mal wieder in meiner Fotokisten gekramt und noch zwei weitere Bilder rausgefischt. Wieder welche aus meiner Küche. Da bekomm ich gleich wieder Lust, weitere zu machen. Allerdings hatte ich mein kleines Labor abgebaut und in den Keller getragen, um mehr Platz in der Wohnung zu haben. Und ist so weit...und schwer...und Arbeit...und ich = faul. Mal sehen. Und ich muss auch erst mal aufräumen, bevor ich wieder alles zumüllen kann. Schließlich muss dieser "Fluss" eingehalten werden.



Ich wünsch Euch einen fröhlichen oder wenigstens zufriedenen, aber keinesfalls einen traurigen Wochenstart. ;-)

Auf die Ohren (gab es ja ewig nicht mehr):
Abra Moore - I Win

13. Juni 2014

Charon





Ich möchte tanzen, auf einem Stück Papier.
Ich möchte getragen werden, über das offene  Meer.
Doch statt Veilchen bekomme ich einen Strauß voller Dornen.
Quäl mich mit dem Nachtmahr in meinem Traum.

Ich werf die Münze in des Fährmanns offene Hand.
Er trägt mich über den Acheron, in ein ferneres Land.
Dort fliegen die Pollen über den Berg wie eine Gischt
Es liegen die wilden Blumen dicht an dicht.

Längst verblasst, ist schon mein Gesicht.