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31. März 2014

Hobbys minimalisieren



Durch den Blogeintrag von Frau DingDong zum Thema Hobbys und Minimalismus, kam ich dazu mir über meine Hobbys Gedanken zu machen. Und genau wie bei Frau DingDong hab auch ich einige Hobbys und einige Schubladen voll mit Kram, das zur Hobbyausrüstung zählt. Eine Schublade mit Bastelzeug und Malsachen, eine mit Perlen und Werkzeug für die Schmuckherstellung, die Dritte Schublade ist voll von Fotosachen und die Vierte enthält Näh-, Filz- und Strickzeug (und natürlich auch einen halbfertigen Schal). 

Wenn ich mir jetzt überlege wann ich diese ganzen Sachen nutze bzw. wann ich sie zum letzten Mal genutzt habe, dann komm ich beim Stricken auf: Winter 2012, beim Schmuck: Herbst 2013 und die beiden restlichen Schubladen hab ich dieses Jahr genutzt. (Wobei in der Bastelkiste so viel Zeug ist, dass man locker noch drei Hobbys dazu zählen könnte).

Nun hab ich mir eben die letzten Tage verstärkt Gedanken darüber gemacht, denn es sind nicht nur die Vielzahl der Hobbys oder Beschäftigungen denen man nachgehen möchte, es ist auch Zeit die man dafür findet oder eben auch nicht. Wobei die Zeit nicht das eigentliche Problem ist. Es ist die Zeiteinteilung, denn neben den Hobbys die wir aktiv führen (Bastelei, Fotografie, Sport etc.), tun wir ja auch noch andere Dinge. Wir verbringen viel Zeit mit nutzlosen Dingen, mit passiven Beschäftigungen. Bei mir sind es Youtube-Videos ansehen, bei Pinterest durchklicken und andere Blogs lesen (wobei ich da einen ganz guten Überblick habe, da Überschaubar), aber auch Serien ansehen (zu meinem Bedauern auch eine recht hohe Anzahl davon) wie auch Computer spielen (was wiederrum nicht so häufig ist…aber wenn, dann richtig).

Wenn ich diese Tätigkeiten vergleiche, nimmt der passive Teil einen immensen Anteil an meiner Freizeit ein. Der Aktive bleibt auf der Strecke. Also führt uns das zu dem ersten Gedanken, den wir uns stellen sollten: Möchte ich aktiv oder passiv leben? Möchte ich aktiven oder passiven Hobbys nachgehen? Es spricht ja nichts gegen das Internet surfen und Serien sehen, aber vielleicht sollten wir uns mal dabei beobachten wie viel Zeit wir damit verbringen. Und das sind bei manchen einige Stunden (Hand heb). Der nächste Schritt lautet nun für mich, mir ein Zeitlimit zu setzen bzw. mir Serien (mein Hauptproblem) rauszusuchen die ich wirklich mag. Ich muss eine Auswahl treffen, die ich konsumieren will, ohne dabei alles zu konsumieren. (Ist wie bei Schokolade. Ein Stück oder drei Stück nehmen, nicht die ganze Tafel.) Ich glaub das nennt man dann Selbstbeherrschung…oder so…



Nehmen wir mal an, ich bin jetzt beim zweiten Schritt: Ich hab von angenommen 28 Passivstunden einer Woche, 14 Stunden frei geräumt (also halbiert…gut Ding will Weile haben), wie packe ich jetzt 4-5 Hobbys in die 14 Stunden? Jeden Tag eine halbe Stunde stricken, eine halbe Stunde Perlen fädeln, eine halbe Stunde fotografieren und eine halbe Stunde malen? Sollte man sich da eine Eieruhr stellen? Und wie gut sieht das Ergebnis nach einer Woche aus? Und macht das dann noch Spaß?
Frau DingDong empfiehlt sich die Sachen rauszusuchen, die Potenzial haben. In denen man gut ist. Ich weiß nicht ob irgendetwas Potenzial hat von dem was ich tue. Aber ich hab Herausgefunden, dass mir die Fotografie am meisten Spaß macht und an deren Ergebnissen ich mich am meisten erfreue. Meinen Wermutstropfen fand ich, als ich mich darauf versteifte gut sein zu wollen und mithalten zu können und interessante, tiefsinnige Bildkompositionen zu schaffen und natürlich daran scheiterte. Ich empfand auch keinen Spaß mehr dabei und war dadurch selten gesehener Gast bei meinem Lieblingsfotolabor. Nach einem Gespräch mit der guten Fee vom Labor, fiel es mir dann wie Schuppen von den Augen: Ich will nicht mehr mithalten müssen. Und mir ist es auch egal ob es jemanden gefällt oder nicht, so lange ich meine Freude daran habe.

Was ist mit den restlichen Aktivitäten? Und ist „ein“ Hobby nicht etwas einseitig?
Nun, den Schal werde ich fertig stricken und danach das Strickzeug verschenken. An jemanden der mehr Freude damit hat. Die Bastelkiste wird aussortiert und auf das Nötigste reduziert. Bei der Schmuckkiste weiß ich es noch nicht genau. Vielleicht behalte ich einen Teil und schenk den Rest meinen Nichten zum Spielen und Basteln. (Als Kind bekam ich auch mal eine Kiste mit Perlen geschenkt und habe wochenlang nichts anderes gemacht, als Ketten zu fädeln.)
Trotzdem werde ich auch andere Dinge ausprobieren die potenziell zum Hobby werden könnten, wie zum Beispiel dem Bellydance. 

Und es in der Zukunft mit den Ratschlägen von Frau D. halten. Macht es Spaß? Bin ich vielleicht sogar gut darin? Und brauch ich zum Anfang und zur Ausübung das volle Ausrüstungs-Programm? Oder vielleicht die wichtigste Frage: „Würde es mir fehlen wenn ich es nicht mehr ausübe?“