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20. Oktober 2014

Reisekunst

Wandern ohne Ziel ist Jugendlust,
Mit der Jugend ist sie mir erblichen,
Seither bin ich nur vom Ort gewichen,
War ein Ziel und Wille mir bewußt.

Doch dem Blick, der nur das Ziel erfliegt,
Bleibt des Wanderns Süße ungenossen,
Wald und Strom und aller Glanz verschlossen,
Der an allen Wegen wartend liegt.

Weiter muß ich nun das Wandern lernen,
Daß des Augenblicks unschuldiger Schein
Nicht erblasse vor ersehnten Sternen.

Das ist Reisekunst: im Weltenreihn
Mitzufliehn und nach geliebten Fernen
Auch im Rasten unterwegs zu sein.

(Hermann Hesse)


Auf die Ohren:
Candan Erçetin - Yalan

4. Oktober 2014

Schöner wohnen... Das Problem mit den Bildern


Minimalismus und Analog-Fotografie passen so gut zusammen, wie Flip-Flops und Krawatte, nämlich garnicht! Das merkte ich erst heute wieder beim aufräumen. (Womit ich schon den ganzen Tag beschäftigt bin, da ich die Prokrastination auf einem ganz hohen Level betreibe.) Man hat einen Berg an Abzügen, Negativen, Kontakten und wenn man selbst entwickelt extrem viel Ausschuss. Wegschmeißen fällt schwer, da der Sinn dieses Hobbys darin besteht die Bilder auf Papier zu besitzen. Das dieser Spaß sehr viel Platz (und Geld) in Anspruch nimmt, lässt sich dann auch denken. Nun schwankt man zwischen, mehr "Platz für die Bilder" und "ich will doch aber weniger besitzen und damit weniger Verantwortung für Materielles tragen". Dilemma.

Was hilft? Jährliches oder Halbjährliches hinsetzen mit der Fotokiste und aussortieren. Die besten Bilder bleiben, der Rest fliegt. Gerade doppelte oder ähnliche Aufnahmen müssen kritisch auseinandergenommen werden! Negative behalte ich. Eventl. Digitalisieren von Bildern, wenn man sie nicht auf Papier besitzen muss. (Trifft für mich nicht unbedingt zu, bzw. habe ich einige digital, wie auch analog.) Bei Aufnahmen drei mal überlegen, ob sich das Motiv lohnt (obwohl der Analog-Fotograf das ohnehin so handhabt). Nach der Bildentwicklung gleich den Ausschuss rausschmeißen.



Auf die Ohren:
Lenny Kravitz - The Chamber