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11. April 2015

Tag 4

Es gibt ja alle möglichen Gruselgeschichten darüber, was man denn während dieser Zeit so alles essen darf und was nicht. Und wenn man wirklich lustig ist und nach irgendeinem Lebensmittel googelt, welches man gerade verspeisen wollte, bzgl. der Verträglichkeit während dieser Zeit heißt es fast immer. "Lieber nicht!", "Nicht zu viel", "Hemmt die Zufuhr von dem anderem Mineralstoff, der auch Super-Duper-Wichtig ist!". Entweder nimmt man sich die Zeit und puzzelt sich die Sachen raus, die gehen und miteinander verträglich sind. Oder man sagt sich "Ach Pfeif, Inderinnen essen auch weiterhin indisch." Du hast soviel indisch bekommen, dass Du vermutlich der nächste kleine Shahrukh Khan wirst. Ich denke dieses Thema ist sehr, und besonders in der westlichen Welt, zur Wissenschaft mutiert. Man muss schon den Master abgelegt haben, um die perfekte Fortpflanzung sicher stellen zu können. Scheint es mir. Und es ist ja nicht so, dass ich nicht das Beste für Dich will. Aber ich weiß nicht ob ich zu den Müttern gehöre, die ängstlich versucht die 9 Monate schnell "rumzubekommen" um dann den Rest Deines Lebens weitere Angst um Dich zu haben. Oder ob ich mich auf die spannende Reise mit Dir einlasse, und das nach Regeln die uns beiden gut tun.

Übrigens seh ich mich auch noch nicht in einer "Hechel"-Gruppe, da ich die Befürchtung habe das "wegatmen" nicht funktioniert (beim tätowieren schon). Und auch sonst werde ich wahrscheinlich keiner dieser "Wir lernen jetzt alle-optimal den Bauch zu streicheln-um unserem Kind zu sagen-es soll später mal seinen Spinat aufessen"-Gruppen besuchen.

Am Ende bin ich dann wahrscheinlich doch diejenige die am schwungvollsten Deinen Namen tanzt und bunte Tücher bemalt.

Lektion fürs Leben: Habe Geduld.

10. April 2015

Tag 3

Ich habe es mir und Dir versprochen, deswegen versuch ich wenigstens noch ein paar Zeilen zu schreiben. Heute war ich den ganzen Tag nur müde. Jeder größere Schritt ist eine Anstrengung und ich könnte den ganzen Tag nur schlafen. Außerdem merke ich wie ich langsamer geworden bin. Brauchte ich sonst für eine bestimmte Strecke 10 min, brauche ich jetzt länger und muss mehr Zeit einplanen ohne völlig fertig am Ziel anzukommen. Ich mein, ich war ja noch nie ein Porsche...vielleicht ein Ford...maximal,....jetzt bin ich ein Trabant.

Lektion fürs Leben: Gönn Dir Pausen.

8. April 2015

Tag 2


Ich hatte mal ein Kaninchen namens Möhre. Eine sehr hübsche Kaninchendame. Und irgendwann kam ich auf die Idee, dass so kleine Hasenbabys doch ganz niedlich seien. Sie hatte also kurze Zeit darauf, ein heißes Date mit einem gutgebauten Zuchtkaninchen (Blauer Wiener). …nennen wir ihn mal Fred. Damit es wenigstens etwas persönlicher klingt und nicht nur nach „Zuchtbulle“. Jedenfalls war Möhre einige Zeit darauf in anderen Umständen. Und mein kleines, süßes schnuffeliges Kaninchen, wurde zu einem kleinen (fetten) Satan. Sie fing zu knurren und zu schnauben an, wenn ich in ihre Nähe kam. Daher konnte ich sie dann nicht mehr so oft rauslassen wie vorher, da sie verdammt schlecht drauf war. Das erzähl ich Dir damit Du eine Vorstellung hast, wie es mir heute auf Arbeit erging. Nach einem nervigen Telefonat, dass ich beendet hatte und noch so ein „Bitteschön Du blödes Arschloch“ in mich und mein Headset hineingrunzte, sah ich auf dem Display 6:31 min…6:32 min…6:33 min….ups! Eine weitere leicht gereizte Antwort bekam eine Kollegin, nachdem ich meinte „Ah, sie hat uns die Statistik geschickt“. „Die hat sie uns schon vor einer Weile geschickt.“ „ICH SCHAU NICHT ALLER FÜRZE LANG, NACH DEN EMAILS!!!!!!!“  Man könnte also meinen, ich sei etwas weniger entspannt. Und gleichzeitig mach ich mir etwas Sorgen, Dich damit zu stressen. Du entwickelst gerade die Nervenbahnen….und mein Kleines…die brauchst Du.

Nach der Arbeit, war ich noch in der Bibliothek. Da war ich garnicht lang und ich spürte, wie schnell ich außer Atem war und schwach auf den Beinen. Und als ich dann in den Konsum ging, um mir etwas zu essen und zu trinken zu holen, damit ich nicht umfalle…sah ich…oh Wunder….das machte mich so unglaublich glücklich…Bananen mit Schokobezug. Ich gebe zu es hat wenig Klasse wie eine Irre an der Haltestelle der Straßenbahn zu sitzen und Schokobananen in sich reinzustopfen…aber sei’s drum.

Lektion fürs Leben: Pack Dir etwas zu trinken ein. Und setz Dich nicht mit Schokobananen an eine Haltestelle, dies könnte vermutlich falsche Signale aussenden.

7. April 2015

Tag 1



Vor ein paar Stunden habe ich von Dir erfahren. Ich ahnte etwas, aber ich war mir nicht sicher. Und jetzt habe ich Gewissheit. Gewissheit darüber, dass Du da bist und schon ganz fleißig dabei bist meinen Körper zu verändern. Für größere Brüste wäre ich Dir dankbar, aber nicht für einen größeren Bauch. Ich habe mir letzten Herbst ein Sommerkleid gekauft und mich schon Fahrrad fahrend damit gesehen. Wie ich mit meinem tollen Damenrad über irgendwelche Dörfer und Wiesen radle, an Sommerabenden und ich hätte endlich perfekt gewelltes Haar… und 2 Kleidernummern weniger. Ich blende die Mai- und Junikäfer großzügig aus, die mir letztes Jahr den epischen Spaziergang am Damm auf Hiddensee vermiest hatten und mich dazu bewegten  wie eine Verrückte in mein Quartier zu rennen. Ich hasse Käfer.

Ich habe gleich von Dir erzählt, aber die Reaktionen waren…naja…verhalten?!? Es wird nicht an Dir liegen, Du bist ja noch ein Sesamkorn und kannst noch nicht mal an Deinem Daumen lutschen. Du hast noch keinen Daumen. Und ich weiß auch noch nicht, was passieren wird. Ich hatte andere Pläne. Und Er, hatte auch andere Pläne. Ich schreib trotzdem, weil ich gestern Nacht die Idee dazu hatte und es für eine gute Idee hielt. Für den Fall. Der Fall ist eingetreten.

Mir gehen jetzt sehr viele Dinge durch den Kopf. Du bist da, auch wenn ich Dich nicht sehe. Er, freut sich nicht. Zwei die es erfahren haben, ließen auch gleich „wegmachen“ fallen. Sind das Reaktionen über die man sich freut? Eher nein.  Und doch bist Du da. Nicht, weil Du geplant warst. Eigentlich ein kleines Wunder, dass Du Dich hartnäckig gehalten hast. Sushi und Wein. Das gibt mir das Gefühl, dass Du bleiben willst. Das macht unglaublich traurig. Aber ich weiß noch nicht was passieren wird. Für den Fall, dass Dein Aufenthalt hier länger dauert, höre ich auf zu weinen und mir Gedanken zu machen, …sonst wirst Du noch eine Heulsuse. 

Außerdem, Lektion für's Leben: Dein Chef ist nicht Dein Freund. Und: Kokosmilch und Curry gehen immer!