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20. Juli 2015

ICH BIN NICHT CHOLERISCH!!!!!



Das ich seit meiner Schwangerschaft (und man könnte schon meinen seit dem ersten Tag) unter „Schwangerschaftsaggressionen“ leide, hatte ich ja bereits erwähnt (guckst Du hier! *klick*). Und ich kann stolz behaupten, das nimmt nicht ab. Ich hab ja nun glücklicherweise mein damaliges Kaninchen als Vergleichsobjekt und sie war erst wieder streichelbar, nachdem sie geworfen hatte. Also nehme ich an, dass mir Ähnliches widerfahren wird. Mit dem Wurf, kommt der Philanthrop in mir hervor. Quasi. (Vermutlich nicht.)

Bis dahin, muss ich wohl versuchen damit klar zu kommen. Glücklicherweise richtet sich diese Wut nie gegen meinen Freund und auch nur seeeeltenst gegen Freunde und Familie. Ausschließlich gegen Fremde. Heute musste ich tapfer bleiben und durfte weder meinen Nachbarn (den alten miesepetrigen…), noch die Kassiererin (die aaaalte…) in irgendeine Art anfeinden. Ich frage mich allerdings, warum labert eigentlich jeder einen zu? Mach ich doch auch nicht. Ich lass die Leute in Ruhe. Es sei denn sie stören mich vehement, ist aber bei mir nicht der Fall gewesen.

Fall Nr. 1: Der alte Sack aus dem Erdgeschoss

Ich will den Müll runter schaffen und geh also die Treppe runter, da schließt sich gerade die Haustür. Als ich raustrete, läuft 10 m weiter vor mir der Alte. 10 Meter! Er läuft vor mir! Sieht mich eigentlich nicht! Ich schaff also den Müll runter und lauf noch fix zur Bank, Kontoauszüge holen. Da steht er vor dem Automaten. Mit dem Rücken zu mir. Sieht mich nicht. Für den Fall, dass der Alte sich umdreht, setze ich ein nettes Gesicht auf. Mach ich sonst nie, weil ich das verlogen finde, aber ich habe keine Lust auf Diskussionen. Das freundliche Gesicht soll also ein stilles, freundliches „Hallo“ signalisieren. Er geht. Nachdem ich mit meinen Erledigungen fertig bin, lauf ich wieder nach Hause. Ich komme gleichzeitig mit dem Alten an der Haustür an. Ich hab wieder mein freundliches „Hallo“-Gesicht aufgezogen, schaut er mich böse von der Seite an. (Das ist einer von diesen fiesen, alten Menschen die von den „Jüngeren“ erwarten, dass man die Alten zuerst grüßt. Als ob die Zombies aus ihren Gräbern steigen würden, wenn es mal andersrum wäre…), also flöte ich ganz schnell, ehe er die Chance hat mich vollzulabern, ein „Hallo“. Er knurrt nur noch „Guten Tag“. (Und dann darf man die Leute nicht von der Treppe schubsen…ärgerlich…)

Fall Nr. 2: Die Kassiererin 

Wesentlich kürzere Geschichte. Ich bringe Pfandflaschen weg, nehme den Zettel und noch ein paar Lebensmittel mit. Packe sie auf das Band. Zettel liegt ganz vorn. Die Kassiererin, lässt das Band laufen und mein Bon wäre fast verschluckt worden. Hab ich nicht drauf geachtet. „OH! Bald wär der weg gewesen!“
Ok.
Vorwurfsvoller Blick ihrerseits.
Grenzwertig.
„Immer auf die Sachen legen!“
Wie gesagt, warum texten einen die Leute immer so zu und müssen immer noch eines drauf geben? Ich: böser Blick, Flüche (innerlich), düsteres Schweigen. Was will sie hören? „Oh Gott! Das tut mir leid! Das kommt nie wieder vor! Wie gedankenlos von mir, verzeihen sie bitte!“  Echt jetzt!?

Weitere Fälle aus den letzten Wochen:

Fall Nr. 3: Westbesuch

Ich sitze mit meinem Liebsten im Café. Wir sitzen draußen. Es ist warm. Wir haben unsere Taschen auf einen Stuhl gestellt. Ich möchte ein Stück Kuchen und muss dafür, in den Laden um nachzusehen was es gibt. Mein Freund will auch schauen. Ich frag also freundlich (nein, wirklich!) die Frau am Nachbartisch. Sitzt dort. Hat nichts zu essen. Wartet anscheinend. „Würden Sie bitte kurz einen Blick auf unsere Taschen haben, wir wollen uns nur schnell ein Stück Kuchen aussuchen.“ Jeder normale Mensch würde sagen „Klar!“. Aber nicht diese Tante. Mit einem schrillen, affektierten Hochdeutschen (was mir signalisiert, die ist nicht von hier) bekomme ich eine Salve an: „Diese Verantwortung möchte ich nicht übernehmen…blablabla…“ Was? Ich hab ihr jetzt nicht ein Kind in die Hände gedrückt und gemeint „Ich komm morgen wieder.“ Ich wollte mir nur einen Kuchen aussuchen…3 Minuten!? Jedenfalls schaute ich sie fröhlich an und sagte dann eiskalt „Nadann, Danke für Nichts.“ und schwebte (bretterte) davon. Mein Liebster nur völlig verwirrt hinterher.

Fall Nr. 4: Die Service-Kraft aus der Hölle

Ich war in einem Einkaufs-Tempel und brauchte Bargeld. Irgendwo gab es auch einen EC-Automaten, allerdings ließ der sich nicht finden. Ich fuhr also sämtliche Stockwerke ab. Nichts. Nagut, dann doch zum Service-Point und nachfragen. Auf den tollen Lageplänen war ja auch nichts eingezeichnet. Seit einigen Wochen bekomme ich immer Druck auf dem linken Ohr wenn ich unterwegs bin, bzw. in die Öffentlichkeit gehe. Wieder mit solch einem Druck auf dem Ohr und leichtem Schwindelgefühl (heiß, immer noch Schwangerschaftsübelkeit) frag ich die Service-Frau, wo sich ein EC-Automat befindet. Ihr müsst euch vorstellen. Ich bin immer total nett, allerdings treffe ich nur auf Deppen.  Die antwortet mir unverständlich. Ich dachte, ich hab einfach nur schlecht gehört, aber nein diese „lustige“ Person hatte nur ihre Lippen geformt, als würde sie was sagen. Als ich nachfragte „Wie bitte?“ kam ein „Ja, genauso habe ich sie gerade verstanden.“.
Boah, ich schwöre… neben mir standen zwei Sicherheitsbeamte, aber es fehlte nicht viel, damit ich diese Hexe über den Tresen ziehe. Sofort auf 180 meinte ich, das wäre kein Grund, gleich so unhöflich zu werden. Und alle die in der Dienstleistungsbranche arbeiten wissen das auch. Wenn der Gegenüber  -und erst recht der Kunde- zu leise spricht, fragt man noch mal höflich nach, ob er seine Frage wiederholen könnte…aber man äfft doch niemanden nach. Wie ein eingeschnapptes Kind meinte sie noch pampig „Ich bin nicht unhöflich.“ Tja, der Laden hat mich das letzte Mal gesehen. 

Meine Freundin behauptete mal „Wenn Du schwanger bist, sind die Leute viel netter zu Dir.“. Stimmt nicht. Sind noch größere Ärsche, als sonst. 

Lektion fürs Leben: Wenn Du einmal Vater wirst, und Deine Frau ist schwanger und etwas...nunja...ungehalten..., liebe sie trotzdem! Gaaaaanz tief in ihr versteckt, ist sie noch da. Du siehst sie in ungefähr 9 Monaten wieder. Bleib tapfer mein Junge.

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