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12. September 2015

Soll ich? Soll ich nicht? Ebook-Reader

Noch vor wenigen Jahren war ich ja der (die) Buchverfechter(in) schlechthin. Auf den Satz: "Kauf Dir doch einen Ebook-Reader.", meinte ich nur immer abfällig: "Der sieht aber scheisse in meinem Bücherregal aus!". Und damit war das Thema auch erledigt. Kritisch beäugte ich die modernen Menschen mit solch einem Teil im Bus. Kann das gut für die Augen sein? Strengt das nicht an? Ist das nicht zu dunkel/zu hell? Fühlt sich ein richtiges Buch nicht bequemer in den Händen an? Ein Buch braucht kein Strom...

Nachdem ich mich von einer ca. 300-Bücher auf eine ca. 30-Lieblings-Bücher-Sammlung minimiert habe und auf keinen Fall mehr zurück möchte, denke ich jetzt schon öfters darüber nach. Es gibt ja immer noch Bücher die ich gerne lesen möchte. Und auch viele, die ich mir nicht unbedingt kaufen würde, aber schon gern lesen. Allerdings ist mir das warten und reservieren und der begrenzte Zeitraum der Bibliotheken zu unflexibel.

Nun hab ich mich also vor einiger Zeit an die Recherche gemacht. Was gibt es denn auf dem Markt und was muss das neue Teil, denn so können? Schnell haben sich zwei Favoriten hervorgetan. Der Kindle von Amazon und der Tolino von Thalia, wobei ich zu dem Ersteren tendiere. Ok, soweit so gut. Preistechnisch ist man da gut von 100,00 - 180,00 € dabei. Je nachdem welche Ausführung und welchen Schnickschnack die Dinger noch haben sollen. Dann hat man das Gerät, aber noch kein Buch.

Also, nächster Punkt. Welche drei Bücher würde ich denn gerne demnächst lesen? Preisvergleich!

#Girlboss von Sophia Amoruso
Ebook: 11,99 €
Buch: 14,99 €
(Thalia und Amazon)

How To Be Parisian wherever you are von Anne Berest, Caroline De Maigret, Audrey Diwan, Sophie Mas, Carolin Müller
Kindle: 11,99
Buch: 14,99
(Thalia und Amazon)

Primates Of Park Avenue von Wednesday Martin (engl. Ausgabe)
Ebook: 12,99
Buch: 19,95
(Amazon)

Ebook: 27,55 €
Buch: 21,90 € (!?!!!!!)
(Thalia)

Ich dachte immer Ebooks wären total günstig, da ja die ganzen Herstellungs- und Vertriebskosten wegfallen. Oder sehe ich das falsch? Von einer wirklichen Einsparung kann jedensfalls nicht die Rede sein. Und im Hinblick auf den Anschaffungspreis eines Ebook-Readers ein ziemlicher Hammer. (Ja, da kommt der Dagobert-Duck-Geiz durch.) Der nächste Gedanke im kleinen kaufmännischen Hirn lautet dann "Wieviele Bücher müsste ich kaufen und lesen, damit sich der Anschaffungspreis und die weiteren Einsparungen rechnen!?". Hm. Dämpfer. Klar, man kann Ebooks auch auf dem Rechner lesen (wer macht das schon?) oder auf dem Handy (überlegenswert!).

Nächster Gedanke. Also gut. Angenommen ich habe einen Ebook-Reader. Ich habe meine drei Bücher. Ich habe ca. 13,00 € im Gegensatz zum normalen Bücherkauf eingespart. Mein Bücherregal ist nach wie vor leer. Ich muss nichts, außer den Reader mit mir rumtragen. (Wobei..Taschenbuch oder Reader...nimmt sich das so viel? Ich lese ja keine Tonnenschweren Romane..also..seltenst! Und im Notfall überlebt ein Taschenbuch eine Wasserflasche...oder den Lebensmitteleinkauf...) Ich lese meine Bücher. Bin fertig. Fand sie gut oder schlecht. Und dann? Löschen? Ich habe Geld dafür ausgegeben. Klar, beim Bücherkauf auch, aber da kann ich ein Buch wiederverkaufen. Ich müll entweder den Reader zu oder den Bücherschrank. Der Bücherschrank "garantiert" mir allerdings einen Wiederverkaufswert. Hmmm... Mich würde interessieren, wie das die Besitzer von Ebook-Readern handhaben. Welche Vorteile sehen sie? Löschen sie die Bücher? Sammeln? Ist das nur etwas für Viel-Leser? Fördert das den Medienkonsum? Ich würde ungern das Thema abhaken, aber bisher überwiegen für mich die Nachteile. Überzeugt mich vom Gegenteil! Ich will auch lesen :-D

Übrigens bin ich bei allen größeren Einkäufen so...tagelange Recherche und dann laaaanges darüber nachdenken. Fragt nicht, wie lange ich über meine Küchenmaschine meditiert habe. So, bringe ich meinen Mann zur Verzweifelung.

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